{"id":347,"date":"2013-03-07T10:09:50","date_gmt":"2013-03-07T10:09:50","guid":{"rendered":"https:\/\/radhe-syama.ch\/wordpress\/?p=347"},"modified":"2013-03-07T10:11:33","modified_gmt":"2013-03-07T10:11:33","slug":"altes-vinyl-7-3-13-beatlesworking-class-hero","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/radhe-syama.ch\/wordpress\/altes-vinyl-7-3-13-beatlesworking-class-hero\/","title":{"rendered":"altes vinyl 7.3.13, beatles\/working class hero"},"content":{"rendered":"<p>Gegen die Abzockerei haben die Stimmberechtigten in der Schweiz ihre Stimme erhoben. Gut so! Auf die Umsetzung der Forderungen und die dabei fast zwangsl\u00e4ufig entstehenden Gesetzesl\u00fccken sind wir gespannt.<\/p>\n<p>Vielleicht liegt ja das Problem tiefer; wom\u00f6glich in der grunds\u00e4tzlichen Einstellung zur Arbeit und deren Bezahlung. Der Arbeit wird ein sehr hoher Stellenwert zugeschrieben. Der arbeitende Mensch definiert sich anhand seiner Stellung am Arbeitsplatz. An der Party erz\u00e4hlt man sich was \u201eman so macht\u201c. Und dabei spielt meistens der Berufsalltag eine gr\u00f6ssere Rolle als das Hobby.<\/p>\n<p>Doch eigentlich versucht der Mensch \u2013 seit Menschengedenken \u2013 sich die M\u00fchen des Alltags, den Broterwerb, zu erleichtern. Einige Jahrhunderte der Entwicklung von Maschinen und Apparaturen sind vergangen, doch der Mensch ist immer st\u00e4rker in den Arbeitsprozess eingebunden und wird \u00fcberbeansprucht. Wer heute nicht einen \u201eBurnout\u201c in seinem Lebenslauf vorweisen kann, mit dem stimmt was nicht.<\/p>\n<p>Es scheint fast so, als h\u00e4tte die Gesellschaft als Ganzes gar kein Interesse daran, dem einzelnen Menschen zu viel Freiraum zu gew\u00e4hren. Vielleicht ist es sogar besser, der Mensch denkt nicht zu viel nach, sondern arbeitet fleissig bis zu seinem Rentenalter. Danach wird er wahrscheinlich nicht mehr viel Schaden anrichten&#8230;<\/p>\n<p>Da gab es doch \u00a0diesen Song\u00a0aus den 70er Jahren&#8230;\u00a0 \u201cWorking Class Hero\u201d hiess der,\u00a0von John Lennon geschrieben. \u00a0Hab ihn mir aus meiner Plattensammlung rausgesucht und versucht, dem Text zu folgen:<\/p>\n<p><em><strong>Held der Arbeit<br \/>\n<\/strong><\/em><em><strong>Vom Zeitpunkt deiner Geburt an erniedrigen sie dich.<br \/>\n<\/strong><\/em><em><strong>Nehmen sich keine Zeit f\u00fcr dich, obwohl du sie brauchst.<br \/>\n<\/strong><\/em><em><strong>Bis dann der Schmerz so gross ist, dass du gar nichts mehr f\u00fchlst.<br \/>\n<\/strong><\/em><em><strong>Sei ein Held der Arbeit; das ist doch was!<br \/>\n<\/strong><\/em><em><strong>Sei ein Held der Arbeit; das ist doch was!<br \/>\n<\/strong><\/em><em><strong>Zu Hause qu\u00e4len sie dich, und in der Schule schlagen sie dich.<br \/>\n<\/strong><\/em><em><strong>Bist du clever, hassen sie dich, bist du ein Narr, verachten sie dich.<br \/>\n<\/strong><\/em><em><strong>Solange, bis du verr\u00fcckt bist und nicht mehr weisst, was das soll.<br \/>\n<\/strong><\/em><em><strong>Sei ein Held der Arbeit; das ist doch was!<br \/>\n<\/strong><\/em><em><strong>Sei ein Held der Arbeit; das ist doch was!<br \/>\n<\/strong><\/em><em><strong>Haben sie dich zwanzig Jahre gequ\u00e4lt und ge\u00e4ngstigt, verlangen sie von dir, deine Karriere zu planen.<br \/>\n<\/strong><\/em><em><strong>Doch vor lauter Angst funktionierst du nicht mehr.<br \/>\n<\/strong><\/em><em><strong>Sei ein Held der Arbeit; das ist doch was!<br \/>\n<\/strong><\/em><em><strong>Sei ein Held der Arbeit; das ist doch was!<br \/>\n<\/strong><\/em><em><strong>Sie halten dich unter Drogen mit Religion, Sex und TV.<br \/>\n<\/strong><\/em><em><strong>Und du denkst, du seist clever und frei in einer klassenlosen Gesellschaft.<br \/>\n<\/strong><\/em><em><strong>Doch soweit ich es sehen kann, bist du nichts als ein betrogener Handlanger.<br \/>\n<\/strong><\/em><em><strong>Sei ein Held der Arbeit; das ist doch was!<br \/>\n<\/strong><\/em><em><strong>Sei ein Held der Arbeit; das ist doch was!<br \/>\n<\/strong><\/em><em><strong>Oben an der Spitze hat es noch Pl\u00e4tze frei, sagen sie dir.<br \/>\n<\/strong><\/em><em><strong>Doch zuerst musst du lernen zu l\u00e4cheln, w\u00e4hrend du andere fertig machst.<br \/>\n<\/strong><\/em><em><strong>Wenn du denn so sein m\u00f6chtest, wie die dort oben.<br \/>\n<\/strong><\/em><em><strong>Sei ein Held der Arbeit; das ist doch was!<br \/>\n<\/strong><\/em><em><strong>Sei ein Held der Arbeit; das ist doch was!<br \/>\n<\/strong><\/em><em><strong>Willst du aber ein wirklicher Held sein, dann folge mir!<br \/>\n<\/strong><\/em><em><strong>Willst du aber ein wirklicher Held sein, dann folge mir!<br \/>\n<\/strong>John Lennon \u00a9 Northern Songs LTD<\/em><\/p>\n<p>Ziemlich extreme Beschreibung der Situation, aber so waren sie, die 70er-Jahre. Alles mehr oder weniger auf Revolution, Aufbruch, Ver\u00e4nderung ausgerichtet.<\/p>\n<p>Wem wir wohin folgen sollen, um wirkliche Helden zu sein, bleibt in diesem Song von John Lennon offen. Bestimmt sollten wir uns aber davor h\u00fcten, uns voll und ganz einem wirtschaftlichen System hinzugeben, das uns fr\u00fcher oder sp\u00e4ter als nutzlosen Ballast ansehen wird. Vielleicht empfinden wir uns in unserer beruflichen Situation auch nicht so extrem ausgebeutet, wie im Lied beschrieben wird. Trotzdem d\u00fcrfen wir den eigentlichen Lebenszweck nicht aus den Augen verlieren. Unsere Arbeit spielt in unseren Leben nicht die Hauptrolle.<\/p>\n<p>Was ist dann der Zweck des Lebens? Eine Frage, die bestimmt grunds\u00e4tzlich verschiedene Antworten hervorbringt, je nach \u00dcberzeugung, Glauben, Wertesystem oder Weltbild des Antwortenden. Materialisten, Spiritualisten, Altruisten, Egoisten, Hedonisten, Pessimisten, Optimisten \u2013 um nur ein paar wenige zu nennen \u2013 definieren den Lebenszweck bestimmt unterschiedlich. Doch eines haben die meisten gemeinsam: Wie auch der Lebenszweck definiert wird, die Menschen verbringen den gr\u00f6ssten Teil ihrer Zeit mit Arbeit. Wie auch immer das Weltbild, das Wertesystem, der Glaube des Einzelnen aussehen mag, unser Wirtschaftssystem fordert zur Arbeit auf. Und diese Arbeit nimmt so viel Platz im Leben ein, dass sie den Einzelnen nachhaltig beeinflusst. Arbeit hatte in der Geschichte nicht immer einen so hohen Stellenwert wie heute. Dies zeigt der nachfolgende Artikel aus der NZZ vom 30. April 03 von Sieglinde Geisel.<\/p>\n<p><strong><em>Die einzig verbliebene Gottheit?<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>\u00dcber Arbeitslosigkeit im Zeitalter der Arbeit<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Die Erl\u00f6sung von der Arbeit ist ein uralter Menschheitstraum. In Zeiten der Massenarbeitslosigkeit jedoch wird daraus ein Albtraum. Ist Arbeit als Instanz der Sinngebung unersetzbar \u2013 oder kann der moderne Mensch auch ohne Arbeit gl\u00fccklich sein?<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>Die Arbeit hatte in der Menschheitsgeschichte lange keinen guten Ruf. In der biblischen Sch\u00f6pfungsgeschichte wurde sie als Fluch \u00fcber die Menschheit verh\u00e4ngt. In der Antike und im Mittelalter geh\u00f6rte es zum Vorrecht der Oberschicht, von der Arbeit ausgenommen zu sein und sich \u00abfreien\u00bb T\u00e4tigkeiten wie der Politik, der Musse und dem Kriegshandwerk zu widmen. Schon Aristoteles tr\u00e4umte von der Abschaffung der Arbeit durch Automatisierung: \u00abWenn jedes Werkzeug auf Geheiss oder auch vorausahnend das ihm zukommende Werk verrichten k\u00f6nnte, (&#8230;) wenn so die Weberschiffchen von selbst webten, so bed\u00fcrfte es weder des Werkmeisters der Gehilfen noch der Herren der Sklaven.\u00bb<\/em><\/p>\n<p><em>Zu den Bedeutungen des mittelhochdeutschen Worts \u00abarebeit\u00bb geh\u00f6ren noch M\u00fchsal, Plage, Not. Erst im Zug der Reformation gewinnt die Arbeit an Status, wie Max Weber in seiner ber\u00fchmten Studie \u00abDie protestantische Ethik und der \u00abGeist des Kapitalismus\u00bb (1904\/05) darlegte. Das urspr\u00fcnglich religi\u00f6s gef\u00e4rbte Wort \u00abBeruf\u00bb verdanken wir Luthers Bibel\u00fcbersetzung: Die Arbeit hat sich vom unmittelbaren Zweck, das \u00dcberleben zu sichern, gel\u00f6st; sie ist Berufung, geschieht also zu Ehren und im Auftrag Gottes. Die Arbeit selbst bewirkt zwar noch keine Erl\u00f6sung, aber sie ist Zeichen des Gnadenstandes \u2013 die Faulheit dagegen zeigt den Verlust des g\u00f6ttlichen Wohlgefallens an.<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Moralisierung der Arbeit<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>In der Moderne ist die Religion aus dem \u00f6ffentlichen Leben zusehends verschwunden \u2013 geblieben jedoch ist die protestantische Arbeitspflicht. Seit sie sich von ihrem h\u00f6heren Sinn gel\u00f6st hat, ist sie selbst zum Sinn geworden. \u00abArbeit hat sich zur Utopie gemausert; jenseits ihrer ist kein Versprechen mehr\u00bb, schreibt der Wirtschaftsjournalist Rainer Hank in seinem 1995 erschienenen Buch \u00abArbeit \u2013 die Religion des 20. Jahrhunderts\u00bb. Arbeit sei zur Lust geworden, f\u00fcr manche gar zur Sucht.<\/em><\/p>\n<p><em>Was f\u00fcr seelische Folgen hat die Heiligsprechung der Arbeit um der Arbeit willen? Man sieht es vor allem dann, wenn die Arbeit fehlt: Selbst wenn die materielle Not durch Sozialsysteme gemildert wird, ist Arbeitslosigkeit ein unertr\u00e4glicher Zustand.<\/em><\/p>\n<p>Arbeit scheint also einen gewissen Zusammenhang mit Religion zu haben. Auch in alten religi\u00f6sen Schriften Indiens, wie zum Beispiel der Bhagavad-gita (Bg), wird der Zweck der Arbeit erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p><em><strong>Jeder ist gezwungen, hilflos nach den Dr\u00e4ngen zu handeln, die von den Erscheinungsweisen der materiellen Natur hervorgerufen werden; deshalb kann niemand auch nur f\u00fcr einen Augenblick aufh\u00f6ren, etwas zu tun (Bg 3.5).<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erf\u00fclle deine vorgeschriebene Pflicht, denn dies zu tun ist besser, als unt\u00e4tig zu sein. Ohne Arbeit kann man nicht einmal seinen physischen K\u00f6rper erhalten (Bg 3.8).<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em><strong>Man muss seine Arbeit Visnu als Opfer darbringen, denn sonst wird man durch sie an die materielle Welt gebunden. O Arjuna, erf\u00fclle daher deine vorgeschriebenen Pflichten zu Seiner Zufriedenstellung; auf diese Weise wirst du immer frei von Bindung bleiben (Bg 3.9).<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em><strong>Am Anfang der Sch\u00f6pfung brachte der Herr aller Gesch\u00f6pfe Generationen von Menschen und Halbg\u00f6ttern hervor, zusammen mit Opfergaben f\u00fcr Visnu, und segnete sie, indem Er sprach: \u201cM\u00f6get ihr durch diese Opfergaben gl\u00fccklich werden, denn ihre Durchf\u00fchrung wird euch alles gew\u00e4hren, was w\u00fcnschenswert ist, um gl\u00fccklich zu leben und Befreiung zu erlangen.\u201d (Bg 3.10).<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em><strong>Wenn die Halbg\u00f6tter durch Opfergaben zufriedengestellt sind, werden sie auch euch erfreuen, und wenn auf diese Weise die Menschen mit den Halbg\u00f6ttern zusammenarbeiten, wird Wohlstand f\u00fcr alle herrschen (Bg 3.11).<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em><strong>Die Halbg\u00f6tter, die f\u00fcr die verschiedenen Notwendigkeiten des Lebens verantwortlich sind, werden euch mit allem versorgen, was ihr braucht, wenn sie durch eure Opfergaben zufriedengestellt werden. Wer jedoch diese Gaben geniesst, ohne sie zuvor den Halbg\u00f6ttern als Opfergaben darzubringen, ist gewiss ein Dieb (Bg 3.12).<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em><strong>Daher sollte man aus Pflichtgef\u00fchl handeln, ohne an den Fr\u00fcchten der T\u00e4tigkeiten zu haften; denn wenn man ohne Anhaftung t\u00e4tig ist, erreicht man das H\u00f6chste (Bg 3.1).<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Arbeit ist also nicht der Sinnspender des Lebens, sondern eine Pflicht, die getan werden soll \u2013 ohne Anhaftung an das Resultat. Der Lebenszweck liegt demzufolge in der Losl\u00f6sung von dieser Welt, nicht in T\u00e4tigkeiten, die uns an diese Welt binden. Und der Wohlstand, um ein angenehmes Leben f\u00fchren zu k\u00f6nnen, kommt \u2013 gem\u00e4ss den Aussagen der Bhagavad-gita \u2013 nicht von Arbeit und Wirtschaft, sondern von den Halbg\u00f6ttern und den entsprechend dargebrachten Opfergaben. Dies klingt vielleicht r\u00fcckst\u00e4ndig und abergl\u00e4ubisch, aber der Glaube an die Wirtschaft ist oftmals ebenso abergl\u00e4ubisch \u2013 oder zumindest infantil \u2013, wie es Fredmund Malik in einem Interview nennt, das in der Weltwoche vor mehr als zehn Jahren erschienen ist, und noch immer aktuell ist. Fredmund Malik ist Titularprofessor an der Universit\u00e4t St. Gallen und Verwaltungsratspr\u00e4sident der Management-Zentrum St. Gallen AG. Er hat seit Beginn der 90er Jahre vor den Fehlentwicklungen in der Wirtschaft gewarnt.<\/p>\n<p><strong><em>\u00abInfantiler Glaube\u00bb<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em><strong>Herr Malik, die Unternehmenslandschaft im In- und Ausland gleicht einem Schlachtfeld. Erleben wir das Ende einer Epoche?<br \/>\n<\/strong> Zweifellos. Hinter uns liegt eine Zeit der Hybris, des Gr\u00f6ssenwahns, der Anmassung, des Bluffs, der Hochstapelei und der kriminellen Machenschaften.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Warum sind so viele vermeintlich hochkar\u00e4tige Manager gestolpert?<\/strong><br \/>\nSie haben an Irrlehren geglaubt, von denen in den 90er Jahren mehr entstanden sind als in den davor liegenden 300 Jahren zusammen. Die gravierendste war die vom Shareholder-Value. Sie hat viele Manager angestiftet, die Gewinne bis hin zur Bilanzf\u00e4lschung zu sch\u00f6nen und sich auf Kosten ihrer Firmen zu bereichern. Andere haben dem Druck von Finanzanalysten, Medien und Zeitgeist nachgegeben und \u2013 nicht selten wider besseres Wissen \u2013 Dinge riskiert, die sich nun bitter r\u00e4chen.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Welche Fehler wurden begangen?<\/strong><br \/>\nJeder amerikanische Unfug \u2013 Wertsteigerungsdogma, Quartalsorientierung, New Economy, Stock-Options, Rechnungslegungsvorstellungen, finanzwirtschaftliche Eindimensionalit\u00e4t \u2013 wurde unkritisch \u00fcbernommen. Dazu kommt<\/em> <em>die auch hierzulande massiv st\u00e4rker gewordene Tendenz zum Personenkult. Viele Manager sind anf\u00e4llig f\u00fcr Heroisierung, Idealisierung und die Schmeicheleien der Medien. Einige haben einfach die falschen Berater gehabt und diesen blind vertraut.<br \/>\n<\/em><em>Es gab schon fr\u00fcher irrwitzige Wachstumsstrategien, ohne dass zwischen Gr\u00f6sse und St\u00e4rke eines Unternehmens unterschieden wurde, und den infantilen Glauben, dass diesmal alles ganz anders sei.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Die Stars unter den CEOs sind oft nicht leicht zu f\u00fchren.<\/strong><br \/>\nIch halte das geltende Berufsbild des CEO f\u00fcr gescheitert, weil es die falschen Leute in die obersten Positionen bringt, weil es die Verwaltungsr\u00e4te dazu verleitet, Universalgenies zu suchen, statt sich auf gut funktionierende Teams zu konzentrieren, und weil es dem Personenkult Vorschub leistet. Es hat sich eine Tendenz zur absolutistisch monarchischen F\u00fchrung etabliert, ohne dass die hief\u00fcr unerl\u00e4ssliche Verantwortung und Haftung etabliert wird, wie sie etwa f\u00fcr den Eigent\u00fcmer-Unternehmer unausweichlich ist.<br \/>\n<\/em><em>Vermutlich wird das zu neuen Formen der Wirtschaftsfeindlichkeit f\u00fchren und zum weitgehenden Verlust der Glaubw\u00fcrdigkeit der Wirtschaftsf\u00fchrer. Es wird lange dauern,<\/em> <em>bis das Vertrauen wieder zur\u00fcckkehrt. (rs)<\/em><\/p>\n<p>So wird gem\u00e4ss Malik in der Wirtschaft an Irrlehren aus den 90er Jahren geglaubt und mit religi\u00f6sem Eifer befolgt \u2013 zum Schaden der Arbeitnehmer. An die Stelle der Halbg\u00f6tter ist der Shareholder-Value ger\u00fcckt, dem nun \u201cOpfergaben\u201d in Form von Stellenabbau und Lohnk\u00fcrzungen dargebracht werden. Auch eine Art von Aberglaube. Malik schl\u00e4gt deshalb vor, von der Zweckentfremdung der Wirtschaft und der Arbeit \u2013 wo nur noch B\u00f6rsenwerte gelten \u2013 Abstand zu nehmen und zum eigentlichen Zweck zur\u00fcckzufinden, n\u00e4mlich der Herstellung von G\u00fctern, die gebraucht \u2013 oder zumindest gew\u00fcnscht \u2013 werden.<\/p>\n<p>Zweckentfremdung f\u00fchrt \u00fcber kurz oder lang wohl immer zu Problemen. Bleibt die Frage, wo die sch\u00e4dliche Zweckentfremdung beginnt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gegen die Abzockerei haben die Stimmberechtigten in der Schweiz ihre Stimme erhoben. Gut so! Auf die Umsetzung der Forderungen und die dabei fast zwangsl\u00e4ufig entstehenden Gesetzesl\u00fccken sind wir gespannt. Vielleicht liegt ja das Problem tiefer; wom\u00f6glich in der grunds\u00e4tzlichen Einstellung zur Arbeit und deren Bezahlung. Der Arbeit wird ein sehr hoher Stellenwert zugeschrieben. 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